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Grußwort des 1. Vorstandes

Liebe Murnauer, liebe Gäste aus Nah und Fern,

 

alle sieben Jahre steht Murnau im Bann des Schäfflertanzes.



Es ist es ein schönes Bild, den Schäfflern bei ihrem alten Zunfttanz zuzusehen. Es ist unterhaltsam den Erzählungen der Reifenschwinger zu lauschen und sich von den Versen der Faßkasperl erheitern zu lassen. Die Resonanz zeigt uns, daß auch in unserem Medienzeitalter die Attraktivität des Schäfflertanzes ungebrochen ist.

 

Der Murnauer Schäfflertanz besteht bereits seit fast 150 Jahren. Tradition heißt für uns nicht, „Asche zu verwahren“, sondern „ein Feuer am Brennen zu halten“. Dies ist aber nur möglich, wenn der Schäfflertanz nicht nur mit Vergangenheit, sondern auch mit unserer Gegenwart zu tun hat.


Nach der Überlieferung faßten die Münchner Schäffler 1517 am Ende der Pest den Entschluß, den Tanz aufzuführen, um Angst und Sorge Ihrer Mitmenschen zu vertreiben und ihnen Mut zu machen, einen Neubeginn zu wagen. Auch in unserer Zeit gibt es viele Ängste und Sorgen, aber ist ein Tanz heutzutage ein Mittel, dem zu begegnen? Vordergründig nicht - auch wenn kurzzeitig ein Unterhaltungswert und eine Ablenkung gegeben ist. Wir meinen, hintergründig schon. Die Einstellung der damaligen Schäffler war keine Erwartungshaltung, daß jemand anderer etwas unternehmen würde, sondern Eigeninitiative.

Wir wollen demonstrieren, was mit Eigeninitiative, Zusammenhalt, Idealismus und Engagement erreichbar ist. Wir glauben, daß sich unser Ergebnis sehen lassen kann und hoffen, daß wir anderen ein Beispiel sind. Denn worauf es in der heutigen Zeit vor allem ankommt, ist in unseren Augen die innere Einstellung, mit der man an eine Sache herangeht, gleich welcher Art diese Sache ist.

Ich glaube, wenn Sie auf den Straßen und Plätzen Murnaus mit dabei sind, spüren Sie diese Begeisterung. Ich wünsche Ihnen und mir, daß „der Funke überspringt“.

 

Mit Schäfflergruß „Gut Spund“

Franz Pittrich, 1. Vorstand