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Das Schäfflerhandwerk




Das Handwerk der Schäffler ist ein alter, traditionsreicher Beruf, der bereits im frühen Mittelalter existierte. Es gibt in Deutschland verschiedene Bezeichnungen für diesen Berufsstand, abgeleitet von den Gefäßen, die sie herstellten.

 

Vom „Bottich“ (einem großen, offenen Holzgefäß), leitet sich die Bezeichnung „Böttcher“, auch „Böttjer“ ab.

 

Von dem Anlegen der Reifen, die bei Fässern für Trockengut (Salz, Kreide,...) früher aus Holz waren und mit denen die Holzteile („Dauben“) zusammengehalten werden, leitet sich die Bezeichnung „Binder“ oder „Faßbinder“ ab.

 

In manchen Gegenden heißen kleine Holzgefäße „Kufen“, wovon sich die Bezeichnung „Küfer“ ableitet. Von „Küfer“ leitet sich auch der Familienname „Kuffer“ unseres ehemaligen Tanzmeisters ab.

 

In Südbayern heißen oben offene Gefäße „Schaff“ (z.B. Wasch-Schaff) wovon sich die Bezeichnung „Schäffler“ ableitet. Es wurde unterschieden zwischen „Weißgeschirr-Schäfflern“ (Krüge, Schöpfer, Badewannen etc.) und „Faß-Schäfflern“.

 

Von der „Bütt“ (einem großen, offenen Holzgefäß), leitet sich die Bezeichnung „Büttrichter“ ab. Von „Büttrichter“, „Büttrich“, leitet sich der Familienname „Pittrich“ ab, die den Schäfflertanz nach Murnau brachten und die in ihrem Familienwappen ein Faß (eine Bütt) führen.

 

So gab es verschiedenste Bezeichnungen für diesen Beruf, die Arbeitsweise war im Grunde aber immer dieselbe: Die Holzteile (Dauben) mußten zunächst zugeschnitten werden, dann gehobelt, gekocht, gedämpft oder erhitzt werden, um das Biegen zu erleichtern. Die Dauben wurden mit einer Seilwinde zusammengezogen. Dann wurden die Gefäße „ausgepicht“ um sie dicht zu machen, d.h. mit heißem Pech oder Baumharz ausgegossen.

 

Auch heute ist das Schäfflerhandwerk noch lebendig, allerdings werden kaum mehr echte Gebrauchsgegenstände gefertigt sondern meist Dekorationsstücke.







Pittrich-Schäffler am Barbarakeller (li.) und Schäffler bei der Arbeit (mi., re.)